Aus Sicht der CDU-Graf­schaft war es ein­mal mehr wie­der nicht anders zu erwar­ten: die SPD-Graf­schaft ergeht sich bei der Bewer­tung des neu­en Kita-Geset­zes der SPD-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung in über­zo­ge­nen „Lob­hu­de­lei­en“. CDU-Spre­cher Mar­cel Wer­ner hier­zu: „Die ekla­tan­ten Schwä­chen die­ser neu­en Rege­lun­gen wer­den von den Sozi­al­de­mo­kra­ten völ­lig aus­ge­blen­det, die berech­ti­gen Inter­es­sen der Gemein­de und ins­be­son­de­re der jun­gen Fami­li­en dort spie­len offen­bar kei­ne Rol­le. Dabei hat die Gemein­de­ver­wal­tung im Sozi­al­aus­schuss am 12. März klar her­aus­ge­ar­bei­tet, dass neue per­so­nel­le Belas­tun­gen auf die Graf­schaft zukom­men. Allein das zukünf­tig erfor­der­li­che „Moni­to­ring“ — die Daten­er­he­bung für Zuschuss- und Sta­tis­tik­zwe­cke — wird zu einem deut­li­chen Mehr­auf­wand bei der Ver­wal­tung füh­ren, der mit den vor­han­de­nen Per­so­nal­ka­pa­zi­tä­ten nicht umsetz­bar ist. Büro­kra­tie pur!“

Vor allem dro­hen aber im Bereich der Kin­der­ta­ges­stät­ten je nach Rechen­va­ri­an­te fak­ti­sche Kür­zun­gen der Lan­des­zu­schüs­se an die Gemein­de für Erzie­he­rin­nen und Erzie­her im Bereich von etwa 4 bis 15 Stel­len. Hier bleibt aus Sicht der CDU-Gemein­de­rats­frak­ti­on zu hof­fen, dass die noch die noch feh­len­de Rechts­ver­ord­nung für das Kita-Zukunfts­ge­setz mehr Klar­heit bringt und doch nicht zu die­sen dro­hen­den Kür­zun­gen führt. „Auch die von der SPD-Graf­schaft hoch­ge­lob­te Fra­ge des Mit­tag­essens in den Kitas ist unzu­rei­chend gelöst,“ so Richard Horn, Mit­glied im Sozi­al­aus­schuss. Das neue Lan­des­ge­setz spricht näm­lich nur davon, dass ein Mit­tag­essen ange­bo­ten wer­den „soll“. Dadurch hat die jewei­li­ge Tages­ein­rich­tung ein Ermes­sen dahin­ge­hend, ob bei einer Betreu­ung über die Mit­tags­zeit ein Mit­tag­essen ange­bo­ten wird oder nicht. Dabei kön­nen Aspek­te wie ein feh­len­des Raum­an­ge­bot in die Ent­schei­dung mit ein­flie­ßen und dazu füh­ren, dass kein Mit­tag­essen ange­bo­ten wird, obwohl die Betreu­ung über die Mit­tags­zeit erfolgt. Die CDU in Rhein­land-Pfalz wie auch vor Ort setzt sich dafür ein, dass ein Mit­tag­essen ange­bo­ten wer­den muss. „Die ange­kün­dig­ten Lan­des­zu­schüs­se für Küchen in den Kin­der­ta­ges­stät­ten von 5.000 Euro pro Ein­rich­tung sind in die­sem Zusam­men­hang als ´sehr beschei­den bis dürf­tig‘ ein­zu­stu­fen“, kri­ti­siert Mar­cel Wer­ner.

CDU-Rats­mit­glied Mar­gret Nel­les-Law­nik, die selbst auch beruf­lich viel mit den Berei­chen Kin­der­ta­ges­stät­ten und Kin­der­ta­ges­pfle­ge zu tun hat, macht wei­ter dar­auf auf­merk­sam, dass die Kin­der­ta­ges­pfle­ge im neu­en Lan­des­ge­setz gar kei­ne Erwäh­nung und damit auch kei­ne Wert­schät­zung erfah­re. Nach Ihrer Auf­fas­sung ist die Betreu­ung vor allem klei­ne­rer Kin­der in den Haus­hal­ten der Tages­pfle­ge­per­son eine wich­ti­ge Ergän­zung zur Kin­der­ta­ges­stät­te. Auch der renom­mier­te Sozi­al­wis­sen­schaft­li­cher Prof. Dr. Ste­fan Sell von der Fach­hoch­schu­le Rema­gen hat­te sich schon in die­ser Rich­tung geäu­ßert: sei­ner Mei­nung nach ver­stößt das Kita-Zukunfts­ge­setz gegen das Bun­des­ge­setz im SGB VIII, in dem Kita und Kin­der­ta­ges­pfle­ge gleich­ge­stellt sind. Damit dro­he der Lan­des­re­gie­rung eine Kla­ge wegen Ver­sto­ßes gegen ein Bun­des­ge­setz. Man kön­ne nicht die Bei­trags­frei­heit für Zwei­jäh­ri­ge für Krip­pe und Kita beschlie­ßen und die Kin­der­ta­ges­pfle­ge außen vor las­sen, so Sell. Nel­les-Law­nik kri­ti­siert auch den zu gerin­gen Per­so­nal­schlüs­sel im neu­en Gesetz, denn unse­re Kitas brau­chen deut­lich mehr Erzie­he­rin­nen und Erzie­her; die­se wer­den zukünf­tig weni­ger Zeit als heu­te zur Betreu­ung und För­de­rung zur Ver­fü­gung haben. Sie arbei­ten schon jetzt an der Belas­tungs­gren­ze.

Ange­sichts der aktu­el­len Schlie­ßun­gen der Kin­der­ta­ges­stät­ten in der Gemein­de Graf­schaft auf­grund der Coro­na-Situa­ti­on beob­ach­ten wir auf­merk­sam die Ent­wick­lun­gen“, so Richard Horn abschlie­ßend. In der ers­ten Woche sei­en die Ange­bo­te der Not­be­treu­ung in Grund­schu­le und Kita noch sehr wenig in Anspruch genom­men wor­den, weil die Eltern offen­bar die Betreu­ung sehr vor­aus­schau­end anders orga­ni­siert haben. Die­se Ent­wick­lun­gen müs­se man aber in der nächs­ten Zeit wei­ter beob­ach­ten. Die CDU-Graf­schaft will auch zu einem spä­te­ren Zeit­punkt prü­fen, inwie­weit man die Fami­li­en von Eltern­bei­trä­gen, die wäh­rend der Schlie­ßungs­zeit ange­fal­len sind, ent­las­ten kann. Dies betrifft die Eltern von Kin­dern, die noch nicht zwei Jah­re alt sind.