Mit Ver­wun­de­rung muss die CDU-Graf­schaft jetzt zur Kennt­nis neh­men, mit welch unrea­lis­ti­schen und popu­lis­ti­schen Anträ­gen die SDP im Gemein­de­rat Punk­te sam­meln woll­te. „Bei der SPD ist ange­sichts des dra­ma­ti­schen Sturz­flu­ges auf Bun­des­ebe­ne offen­bar Panik aus­ge­bro­chen“, so der Graf­schaf­ter CDU-Vor­sit­zen­de Micha­el Schnei­der und der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der Christ­de­mo­kra­ten im Gemein­de­rat, Klaus Huse. Anders sei­en die Anträ­ge der Sozi­al­de­mo­kra­ten nicht zu wer­ten: Popu­lis­mus in Rein­kul­tur!

Die von der SPD vor­ge­schla­ge­ne Sen­kung der Grund­steu­er zwecks angeb­li­cher Bür­ger­ent­las­tung sei nicht nach­voll­zieh­bar, so die CDU. Schnei­der und Huse erklä­ren hier­zu: „Die Graf­schaft erhebt im Umkreis aller Kom­mu­nen den deut­lich nied­rigs­ten Steu­er­satz. Dank der sehr guten Gewerbesteuer­einnahmen wird kräf­tig in unse­re Gemein­de inves­tiert. Den­noch muss die Gemein­de im kom­men­den Jahr neue Kre­di­te auf­neh­men, um die Viel­zahl der Maß­nah­men umset­zen zu kön­nen. Allen Frak­tio­nen war zu den Haus­halts­be­ra­tun­gen bekannt, dass jede zusätz­li­che Maß­nah­men oder jede Ein­nah­me­min­de­rung gleich­zei­tig die Kre­dit­auf­nah­me noch wei­ter erhö­hen wür­de.

Die so genann­te Ent­las­tung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wäre somit auf Kos­ten nach­fol­gen­der Genera­tio­nen kre­dit­fi­nan­ziert wor­den. Dies haben die Frak­tio­nen von CDU, FDP, FWG und Grü­nen pro­blem­los ver­stan­den und den SPD-Antrag daher abge­lehnt. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der Gemein­de wol­len bei den Steu­er­sät­zen Sta­bi­li­tät und Pla­nungs­si­cher­heit und vor allem wol­len sie, dass die Gemein­de wei­ter im Bereich der all­um­fas­sen­den Daseins­vorsorge tätig bleibt. Die mit dem SPD-Antrag erziel­ten Ent­las­tun­gen von durch­schnitt­lich 50 Euro pro Jahr für die Grundstücks­eigentümer wären beim Ein­zel­nen schlicht­weg ver­san­det. Für eine sol­che Gies­kan­nen-Men­ta­li­tät und Sym­bol­po­li­tik ist die CDU nicht zu haben.“

Auch zum The­ma „bil­li­ges Bau­land“, dass die SPD für sich rekla­miert, hat die CDU eine kla­re Mei­nung: die Aus­wei­sung der klei­nen Bau­ge­bie­te wur­de aus­führ­lich in den gemeind­li­chen Gre­mi­en bera­ten, inklu­si­ve der Vor­stel­lun­gen der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zu einem mög­li­chen Ver­kauf der Flä­chen an die Gemein­de Graf­schaft. Ergeb­nis: Die Vor­stel­lun­gen der Eigen­tü­mer und der Gemein­de lagen auch betrag­lich zu weit aus­ein­an­der, es bestand schlicht kei­ne Verkaufsbereit­schaft. In Kennt­nis die­ser Sach­la­ge unter­brei­te­te die SPD meh­re­re Vor­schlä­ge, die sich einer­seits mit den bekun­de­ten preis­li­chen Vor­stel­lung der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer nicht deck­ten und sich ande­rer­seits zeit­lich im Hin­blick auf die Fris­ten des Bun­des­ge­setz­ge­bers zur Umset­zung die­ser klei­nen Bau­ge­bie­te – 31.12.2019 — auch nicht mehr nach­ver­han­deln und nota­ri­ell ver­ein­ba­ren lie­ßen. Die Fak­ten sind auf­grund der Anträ­ge und Initia­ti­ven der CDU klar: die bei­den gro­ßen Bau­ge­bie­te Rin­gen (Kreu­zer­feld III) und Gels­dorf (Wild­acker) sind bereits mit­ten im Bebau­ungs­plan­ver­fah­ren, die klei­ne­ren Gebie­te in Bir­res­dorf, Ecken­dorf, Kar­wei­ler und Nie­ren­dorf wur­de letz­ten Woche auf den Weg gebracht – gegen die Stim­men der SPD.

Pikant in der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Pres­se­ver­laut­ba­rung in die­sem Zusam­men­hang ist auch eine offen­kun­di­ge Unwahr­heit: „So habe man durch eine Son­der­re­ge­lung des Lan­des vier ein­zel­ne Bau­ge­bie­te benen­nen kön­nen“, so der Ori­gi­nal­ton der SPD. Bekann­ter­ma­ßen ist der Para­graf 13b des Bau­ge­setz­bu­ches, ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren der Baulandaus­weisung, eine Norm im Bun­des­recht. Das Land hat hier nichts Gutes bei­getra­gen, so die CDU-Graf­schaft, son­dern ver­hin­dert durch sei­ne Über­re­gle­men­tie­rung in der Lan­des­ent­wick­lungs­pla­nung die gebo­te­ne Bau­land­be­reit­stel­lung. Micha­el Schnei­der und Klaus Huse abschlie­ßend: „Zu den bei­den genann­ten The­men ist die SPD nicht ent­täuscht; sie täuscht viel­mehr die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mit ihren halb­ga­ren Aus­sa­gen.“