Die CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mecht­hild Heil greift die augen­blick­li­che Dis­kus­si­on um die Bereit­stel­lung von LKW-Stell­plät­zen an der A 61 auf. Kri­tik kam zuletzt in der Gemein­de Graf­schaft dar­an auf, dass die LKW-Fah­rer ihre Ruhe­zei­ten teil­wei­se im Inno­va­ti­ons­park Rhein­land – also auf kom­mu­na­len Park­plät­zen – ver­brin­gen, anstatt auf Park­plät­zen ent­lang der Bun­des­au­to­bahn. Mecht­hild Heil hier­zu: „Der Bedarf an wei­te­ren Lkw-Park­plät­zen ent­lang der Bun­des­fern­stra­ßen ist deutsch­land­weit bekannt und die Bun­des­re­gie­rung hat hier­zu die erfor­der­li­chen Maß­nah­men ergrif­fen, um den Bedarf gerecht wer­den zu kön­nen. In den letz­ten 10 Jah­ren wur­den damit immer­hin 16.500 neue Lkw-Stell­plät­ze geschaf­fen.“

Klar ist nach Heil jedoch eines: die Pla­nung und der Bau von Rast­an­la­gen obliegt den Län­dern im Rah­men der Auf­trags­ver­wal­tung. Deut­li­che Kri­tik übt Mecht­hild Heil in die­sem Zusam­men­hang an der rhein­land-pfäl­zi­schen Lan­des­re­gie­rung, die sich als zustän­di­ge Pla­nungs­in­stanz hier offen­sicht­lich im „Tief­schlaf“ befin­det. Rhein­land-Pfalz hat in den Jah­ren von 2015 bis 2018 lan­des­weit gan­ze 10 – in Wor­ten „zehn“ – neue Lkw-Stell­plät­ze an Rast­an­la­gen geschaf­fen. In Bay­ern wur­den in die­sem Zeit­raum 980, in Baden-Würt­tem­berg 892 und in Nord­rhein-West­fa­len 885 neue Stell­plät­ze gebaut. Die­se Zah­len gehen aus einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung vom 4. Juli 2019 auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge her­vor. „Die­se Bilanz in unse­rem Bun­des­land ist ver­hee­rend. Kein Wun­der, dass Kom­mu­nen wie Graf­schaft, durch deren Gemein­de­ge­biet Auto­bah­nen ver­lau­fen, die­ses Desas­ter jetzt ver­stärkt aus­ba­den müs­sen,“ so die Christ­de­mo­kra­tin.

Der Bund hat sei­ner­seits im Ent­wurf der neu­en Finanz­pla­nung für den „Bau von Rast­an­la­gen an Bun­des­au­to­bah­nen“ zwi­schen 2020 und 2023 jeweils 100 Mil­lio­nen Euro vor­ge­se­hen, so Mecht­hild Heil. Die Bun­des­län­der sind auf­ge­ru­fen, hier ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge zu machen, zu pla­nen und zu bau­en. Dies gel­te auch für die Erwei­te­rung des Rast­plat­zes „Gol­de­ne Mei­le“ auf der Höhe von Graf­schaft-Vet­tel­ho­ven, der vom Auto­bahn­amt Mon­ta­baur — einer Abtei­lung des Lan­des­be­trie­bes Mobi­li­tät (LBM) Rhein­land-Pfalz — geplant wird. Bedenk­lich, so Heil, stimmt dabei die Aus­sa­ge des LBM vom Janu­ar 2019, dass „der Bau­be­ginn für die Erwei­te­rung der Rast­an­la­ge noch in den Ster­nen steht.“

Der bun­des­weit zukünf­tig erfor­der­li­che Lkw-Stell­platz­be­darf ist aus der pro­gnos­ti­zier­ten Lkw-Stell­platz­nach­fra­ge für das Jahr 2030 und den vor­han­de­nen regu­lä­ren Lkw- Park­mög­lich­kei­ten abzu­lei­ten. Die Bun­des­an­stalt für Stra­ßen­we­sen erar­bei­tet hier­zu im Auf­trag des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ters der­zeit eine Lkw-Stell­platz­pro­gno­se mit Ziel­ho­ri­zont 2030. Mecht­hild Heil erwar­tet hier­von wei­te­re Anstren­gun­gen des Bun­des, gemein­sam mit den Län­dern mehr Lkw-Stell­plät­ze bereit­zu­stel­len.