28. März 2011

Wer nichts tut, macht mit -

Hel­fen, statt weg­se­hen, ohne sich dabei sel­ber zu gefähr­den, war das The­ma mit dem sich die Seni­o­­ren-Uni­on der CDU Graf­schaft bei einem Besuch der Poli­zei­in­spek­ti­on Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler beschäf­tig­te. Neben zahl­rei­chen Mit­glie­dern konn­te der Vor­sit­zen­de Klaus Dücker auch Teil­neh­mer der Seni­o­­ren- Uni­on aus Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler mit Stadt­­­ver­­­bands- und Kreis­vor­sit­zen­den Olaf Peter­sen begrü­ßen. Der Lei­ter der Poli­zei­dienst­stel­le in Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler, Ers­ter Poli­zei­haupt­kom­mis­sar Peter Krä­mer erläu­ter­te zunächst die Struk­tur und die Auf­ga­ben der Poli­zei­in­spek­ti­on. So erfuh­ren die Besu­cher, dass für die ca. 40.000 Ein­woh­ner der Stadt Bad Neu­en­­ahr-Ahr­­wei­­ler und der Gemein­de Graf­schaft, dem Zustän­dig­keits­be­reich der Poli­zei­in­spek­ti­on, rund 50 Poli­­zei- und Kri­mi­nal­be­am­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Im Leit­stand der Inspek­ti­on lau­fen sowohl die Not­ru­fe für die Ret­tungs­diens­te und Feu­er­wehr als auch das Ban­ken­mel­de­sys­tem auf. Mit einer Stand­lei­tung zur Ret­tungs­leit­stel­le in May­en ist es mög­lich, dort ver­zugs­los Ret­tungs­kräf­te zu mobi­li­sie­ren. Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar Wil­fried Man­hel­ler erläu­ter­te anschlie­ßend die Kri­mi­nal­sta­tis­tik, die im Inspek­ti­ons­be­reich ins­ge­samt kei­ne gra­vie­ren­de Stei­ge­rungs­ra­te erken­nen lässt. Er gab wert­vol­le Hin­wei­se, wie gera­de älte­re Men­schen durch vor­beu­gen­de Maß­nah­men ihr Leben siche­rer gestal­ten kön­nen und sich ins­be­son­de­re vor Trick­be­trü­ger schüt­zen kön­nen. Im Haupt­the­ma der Ver­an­stal­tung wur­de fest­ge­stellt, dass die Bereit­schaft zum Hel­fen bei Gewalt­ta­ten stark absinkt. Des­halb wur­de bereits 2001 von der Lan­des­re­gie­rung ein Pro­gramm mit dem The­ma „Gemein­sam gegen Gewalt“ auf­ge­legt. Wie im Fall Brun­ner, der kürz­lich durch die Pres­se ging, führ­ten Nega­tiv­erleb­nis­se von Zeu­gen von Gewalt­ta­ten dazu, dass immer mehr Men­schen aus Angst, sich sel­ber in Gefahr zu brin­gen, statt zu hel­fen weg­schau­en. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, wur­de durch die Poli­zei Rhein­­land-Pfalz mit dem Titel „Wer nichts tut, macht mit“ als Anhalt für Zeu­gen von Gewalt­ta­ten fol­gen­de 6 Ver­hal­tens­re­geln zusam­men­ge­stellt — Ich hel­fe, aber ohne mich in Gefahr zu brin­gen. — Ich for­de­re ande­re direkt zur Mit­hil­fe auf. — Ich beob­ach­te genau und mer­ke mir die Täter. — Ich orga­ni­sie­re Hil­fe – Not­ruf 110. — Ich küm­me­re mich um das Opfer. — Ich stel­le mich als Zeu­ge zur Ver­fü­gung. Mit einer ange­reg­ten Dis­kus­si­on, in der mit prak­ti­schen Bei­spie­len die Hand­ha­bung die­ser Regeln ver­an­schau­licht wur­de, ende­te der sehr infor­ma­ti­ve Besuch bei der Poli­zei in Bad Neuenahr-Ahrweiler.