19. Juni 2007

Entwurf zum Landesentwicklungsprogramm gefährdet kommunale Selbstverwaltung — CDU-Fraktion im Gemeinderat Grafschaft bringt Resolutionsentwurf ein

Der Gemein­de­rat Graf­schaft soll sich klar und deut­lich gegen den Ent­wurf der Lan­des­re­gie­rung zum Landesentwicklungs¬programm IV (LEP IV) aus­spre­chen. Dies for­dert ein Reso­lu­ti­ons­ent­wurf, den die CDU-Gemein­­de­­rats­­frak­­ti­on am Don­ners­tag in die Rats­sit­zung ein­brin­gen wird. Mit dem LEP IV sol­len auf dem Ver­ord­nungs­weg Vor­ga­ben durch­ge­setzt wer­den, so die Hal­tung der CDU, die den Kom­mu­nen bei ihren Pla­nun­gen enge Fes­seln anle­gen. Die diri­gis­ti­schen Ein­grif­fe des LEP IV in die kom­mu­na­le Pla­­nungs- und Ent­wick­lungs­ho­heit durch aus­ufern­de Ziel- und Grund­satz­fest­le­gun­gen wer­den abge­lehnt. Das LEP IV sei des­halb grund­le­gend zu über­ar­bei­ten. Der Graf­schaf­ter CDU-Vor­­­si­t­­zen­­de Micha­el Schnei­der betont die Wich­tig­keit einer kla­ren und ein­deu­ti­gen Stel­lung­nah­me der Kom­mu­nen in Rhein­­land-Pfalz zum vor­lie­gen­den Lan­des­ent­wurf, so wie es auch von den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den drin­gend emp­foh­len wird. Das LEP IV ver­sto­ße gegen den Grund­satz der Gleich­wer­tig­keit der Lebens­ver­hält­nis­se. Den länd­li­chen Regio­nen in Rhein­­land-Pfalz dro­he bei einer Umset­zung des LEP-IV-Ent­­­wur­­fes die Abkopp­lung vom all­ge­mei­nen Ent­wick­lungs­fort­schritt, denn Ent­­­wick­­lungs­­­mö­g­­lich-kei­­ten, vor im Bereich von Gewer­­be- oder Wohn­bau­flä­chen, unter­lie­gen gro­ßen Restrik­tio­nen. Die Gemein­de Graf­schaft sieht sich selbst in der Lage, so die Auf­fas­sung der Christ­de­mo­kra­ten, auf frei­wil­li­ger Basis die zwei­fel­los not­wen­di­ge und zu ver­stär­ken­de Koope­ra­ti­on mit Nach­bar­kom­mu­nen zu betrei­ben, ohne dass dies im LEP IV vor­ge­schrie­ben wer­den muss. Das LEP IV soll­te zu die­ser Fra­ge Rah-men­­be­­din­­gun­­­gen for­mu­lie­ren, Anrei­ze schaf­fen und dar­le­gen, wie recht­li­che Hür­den für inno­va­ti­ve Koope­ra­ti­ons­for­men abge­baut wer­den kön­nen. Im Bereich der Bau­land­ent­wick­lung dro­hen der Graf­schaft ernst­haf­te Ent­wick­lungs­be­schrän­kun­gen: der Grund­satz Innen- vor Außen­ent­wick­lung wird als Grund­satz begrüßt, jedoch muss es jeder Gemein­de wei­ter­hin mög­lich blei­ben, im Rah­men ihres eige­nen Bedar­fes auch neue Bau­flä­chen aus­zu­wei­sen, um die Exis­tenz zu sichern und Bau­wil­li­gen Mög­lich­kei­ten zu schaf­fen. Soll­ten die bestehen­den Bau­lü­cken in den Orts­la­gen der Gemein­de Graf­schaft ange­rech­net wer­den, obwohl die­se weit über­wie­gend vor­ge­hal­ten wer­den und nicht an den Markt gelan­gen, so wäre die zukünf­ti­ge Bau­land­ent­wick­lung fak­tisch unmög­lich. Die Art der Ein­brin­gung des Ent­wur­fes zum LEP IV ver­ur­sacht erns­te Beden­ken, wie die Lan­des­re­gie­rung mit den Städ­ten, Krei­sen und Gemein­den und damit auch der ehren­amt­li­chen Kom­mu­nal­po­li­tik bei der geplan­ten Fun­k­­ti­o­­nal- und Gebiets­re­form ver­fah­ren will. Die Ent­wick­lungs­vor­stel­lun­gen der Gemein­den, Städ­te und Land­krei­se mit Blick auf die­se Gebiets­re­form m