5. August 2006

Bürokratische Auflagen beeinträchtigen die Handlungsfähigkeit beim „Fördern“ und „Fordern“ — Wilhelm Josef Sebastian MdB (CDU) besucht ARGE in Mayen

Bei der Arbeits­ge­mein­schaft (ARGE) des Land­krei­ses May­­en-Koblenz infor­mier­te sich jetzt der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Wil­helm Josef Sebas­ti­an über die kon­kre­te Umset­zung der unter dem Schlag­wort „Hartz IV“ geläu­fi­gen Arbeits­markt­re­for­men. In der Maye­ner Geschäfts­stel­le begrüß­te ARGE-Geschäfts­­­füh­­rer Rolf Koch den Abge­ord­ne­ten sowie den Kreis­bei­geord­ne­ten Bern­hard Mau­el und die Mai­fel­der Bür­ger­meis­te­rin Anet­te Moes­ta, die bei­de als Mit­glie­der der Trä­ger­ver­samm­lung mit die­sen Fra­gen beschäf­tigt sind. Die Zusam­men­le­gung von Arbeits­­lo­­sen- und Sozi­al­hil­fe wird in Deutsch­land seit dem 01.01.2005 in drei ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­ti­ons­for­men erle­digt. Dabei gibt es – von der Uni­on damals noch gegen Rot-Grün durch­ge­setzt — 69 Opti­ons­krei­se, die dies in kom­mu­na­ler Trä­ger­schaft erle­di­gen. Die Regel­form ist die so genann­te ARGE, die in Krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten jeweils gemein­sam von Bun­des­agen­tur für Arbeit und Kom­mu­nen gebil­det wird. Weni­ge Kom­mu­nen – so in der Nach­bar­schaft der Kreis Ahr­wei­ler – sind bis­lang kei­ne ARGE ein­ge­gan­gen, dort wer­den die Auf­ga­ben in getrenn­ter Trä­ger­schaft wahr­ge­nom­men, die Arbeits­agen­tur über­nimmt Arbeits­lo­sen­geld II und Ver­mitt­lung, die Kom­mu­nen die Kos­ten der Unter­kunft. Die ARGE-Lösung, so wie im Kreis May­­en-Koblenz rea­li­siert, wirft aller­dings kon­kre­te Pro­ble­me auf, die die inhalt­li­che Arbeit beschrän­ken und behin­dern. Wie Sebas­ti­an in May­en erfuhr, ste­he die Arbeits­ge­mein­schaft inhalt­lich sehr stark unter der Ein­fluss­nah­me der Bun­des­agen­tur in Nürn­berg. So wür­den stän­dig sehr umfang­rei­che Rund­schrei­ben und neue Ver­fah­rens­vor­schrif­ten die Arbeits­kraft in hohem Maße bin­den. Die feh­len­de Dienst­her­ren­ei­gen­schaft der ARGE macht es der Geschäfts­füh­rung schwie­rig, inhalt­li­che und arbeits­recht­li­che Belan­ge der Mit­ar­bei­ter zu ver­knüp­fen. Den von den Kom­mu­nen zur ARGE dele­gier­ten Mit­ar­bei­tern steht es offen, zur Gemein­de und Stadt zurück­zu­keh­ren. Fol­ge: durch die­se Fluk­tua­ti­on in der ARGE gibt es bei der qua­li­fi­zier­ten Auf­ga­ben­er­le­di­gung immer wie­der Rück­schlä­ge und den Kom­mu­nen fehlt weit­ge­hend der Arbeits­be­reich „Sozia­les“, um die­se „Rück­keh­rer“ wie­der effi­zi­ent ein­zu­set­zen. Durch die Ver­la­ge­rung der frü­he­ren Sozi­al­hil­fe zur ARGE wur­de auch ein Teil der kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung ein­ge­schränkt, so stell­te man sei­tens der CDU-Poli­­ti­­ker im Gespräch fest. Die dezen­tra­le und unbü­ro­kra­ti­sche Betreu­ung der Men­schen in der Kom­mu­ne schei­ne nicht mehr so ohne wei­te­res mög­lich, dazu gehört auch die bis dahin schon weit ent­wi­ckel­te Miss­brauchs­kon­trol­le bei der Sozi­al­hil­fe. Das von der Gro­ßen Koali­ti­on zuletzt ver­ab­schie­de­te Gesetz zur Fort­ent­wick­lung der Grund­si­che­rung f