1. Sep­tem­ber 2005

Merkel zeigte Kanzlerformat und Schröder gingen die Argumente aus — Wilhelm Josef Sebastian MdB (CDU) zum Fernsehduell

Das Fern­seh­du­ell zwi­schen Ange­la Mer­kel und Ger­hard Schrö­der lie­fert für den CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­ten Wil­helm Josef Sebas­ti­an wich­ti­ge Anhalts­punk­te für die Bun­des­tags­wahl am 18. Sep­tem­ber. „Auch wenn man aner­ken­nen muss, dass Schrö­der ein Medi­en­pro­fi ist und den Umgang mit der Fern­seh­ka­me­ra beherrscht, so reicht dies nicht für wei­te­re vier Jah­re, denn Inhal­te, Per­spek­ti­ven, Visio­nen und kon­kre­te Aus­sa­gen fehl­ten beim Kanz­ler schlicht und ein­fach.“ „Ange­la Mer­kel hat Inhalt und Tem­po der Sen­dung bestimmt,“ so Sebas­ti­an, „und sie hat den Men­schen gesagt, wie Deutsch­land wie­der vor­an gebracht wer­den kann“. In den wich­ti­gen Fra­gen, Bekämp­fung der Arbeits­lo­sig­keit, Wirt­schafts­wachs­tum und Inno­va­ti­on hat sie nach allen Mei­nungs­um­fra­gen weit bes­ser als Schrö­der abge­schnit­ten – dar­auf kommt es an, nicht auf Show. Ger­hard Schrö­der ist im TV-Duell den ent­schei­den­den Fra­gen aus­ge­wi­chen und blieb den Zuschau­ern jedes Zukunfts­kon­zept schul­dig, denn er weiß, dass sei­ne Poli­tik geschei­tert ist, so Sebas­ti­an. Ger­hard Schrö­ders größ­te Feh­ler im Fern­se­hen: [list][*]Schröder behaup­tet: Sie­ben Jah­re Rot-Grün waren sie­ben gute Jah­re für Deutsch­land. Die Fak­ten: Deutsch­land beklagt 5 Mil­lio­nen Arbeits­lo­se, 890 Mil­li­ar­den Euro Schul­den, 40.000 Fir­men­plei­ten allein 2004. [*]Schrö­der behaup­tet, es ent­ste­hen täg­lich 1.500 neue Arbeits­plät­ze. Das ist falsch! — Nach Berech­nun­gen der Bun­des­an­stalt für Arbeit sind in den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten 410.000 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Arbeits­plät­ze ver­lo­ren gegan­gen. Das sind mehr als 1.000 pro Tag. [*]Schrö­der behaup­tet, Rot-Grün habe bis Ende die­sen Jah­res 150 Mil­li­ar­den Euro Schul­den gemacht. Da kann er nicht rech­nen. Es waren 180 Mil­li­ar­den Euro. Und für 2006 hat sich Schrö­der sogar gewei­gert, einen Bun­des­haus­halt vor­zu­le­gen. War­um wohl? [*]Und das Schlimms­te: In sei­nem Schluss-Sta­te­­ment hat Schrö­der kein Wort zu Arbeit und Wachs­tum ver­lo­ren – den zen­tra­len Pro­ble­men der Men­schen. Wenn es mit Deutsch­land wie­der nach vorn gehen soll, brau­chen wir einen umfas­sen­den Poli­tik­wech­sel. Das geht nur mit Ange­la Mer­kel und der Union.[/list] Auch die Stim­men von sach­kun­di­gen Beob­ach­tern bestä­ti­gen nach Auf­fas­sung von Wil­helm Josef Sebas­ti­an die­sen Ein­druck. Hans-Ulrich Jör­ges (stellv. Chef­re­dak­teur Stern): „Ich habe Herrn Schrö­der in der Defen­si­ve gese­hen. Er liegt ja 12 Punk­te hin­ter der Uni­on. Und ich habe Ange­la Mer­kel in der Offen­si­ve gese­hen, eher schlag­fer­tig, eher in der Kom­pe­tenz über­zeu­gen­der. Inso­fern ist sie für mich der Über­ra­schungs­sie­ger, muss ich sagen.“ Hans-Olaf Hen­kel (Prä­si­dent der Lei­b­­niz-Gemein­­schaft): „Schrö­der ste­hend KO. Nur der Gong um 22.00 Uhr hat ihn geret­tet.“ Ulrich Reitz (WAZ-Che­f­­re­­dak­­teur): „Ich fand ins­ge­samt Ange­la Mer­kel über­ra­schend stark.“ Hans-Eber­­hard Schley­er (Gene­ral­se­kre­tär des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks): „Frau Mer­kel war die ein­zi­ge, die hat erken­nen las­sen, wie sie die Pro­ble­me des Lan­des bewäl­ti­gen will. Von Schrö­der kam nur Dönekes“.