29. Mai 2005

Pläne zur Verlagerung der Zentrale für Nachrichtenwesen gehören in den Reißwolf — Wilhelm Josef Sebastian MdB (CDU) fragt Bundesregierung

„Plä­ne zur Ver­la­ge­rung von Tei­len des Zen­trums für Nach­rich­ten­we­sen der Bun­des­wehr von Graf­schaft nach Ber­lin gehö­ren in den Reiß­wolf,“ so äußert sich der CDU-Bun­­­des­­tags­­a­b­­ge­or­d­­ne­­te Wil­helm Josef Sebas­ti­an zu ent­spre­chen­den aktu­el­len Gerüch­ten. Nach­dem Infor­ma­tio­nen über ein sol­ches Vor­ha­ben aus einer Per­so­nal­ver­samm­lung in Gels­dorf nach drau­ßen gedrun­gen sind, sieht Sebas­ti­an einen schwe­ren Ver­trau­ens­ver­lust für die mili­tä­ri­sche und zivi­le Füh­rung der Bun­des­wehr auf der Bon­ner Hard­t­hö­he. „Die Bestands­ga­ran­tie für den Stand­ort Graf­­schaft-Gel­s­­dorf vom letz­ten Herbst hat den Betrof­fe­nen Sicher­heit gege­ben, die sich mit dem heu­ti­gen Tage in Luft auf­ge­löst hat,“ kri­ti­siert Sebas­ti­an. Der Zusam­men­hang mit dem von rot-grün betrie­be­nen Umzug des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes vom baye­ri­schen Pul­lach nach Ber­lin sei offen­kun­dig, so Sebas­ti­an. Gegen die­ses Mil­li­ar­den­pro­jekt habe sich die CDU/C­­SU-Bun­­­des­­tags­­­frak­­ti­on bereits ener­gisch aus­ge­spro­chen. Die Bun­des­re­gie­rung wol­le alle Sicher­heits- und Nach­rich­ten­diens­te in Ber­lin kon­zen­trie­ren, dies habe auch schon der geschei­ter­te Ver­such zur Ver­la­ge­rung des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes auf­ge­zeigt. Sebas­ti­ans kann sich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass ange­sichts des sicht­ba­ren Zer­falls der Macht von Rot-Grün schnell noch Tat­sa­chen geschaf­fen wer­den sol­len. Nicht wun­dern wür­de es ihn, wenn auch am BKA-Stan­d­ort Mecken­heim in Kür­ze noch­mals in Rich­tung einer Per­so­nal­re­du­zie­rung „nach­ge­bes­sert“ wür­de. Wil­helm Josef Sebas­ti­an erin­nert dar­an, dass die Bun­des­wehr­lie­gen­schaft in Gels­dorf mit einem Rie­sen­auf­wand gebaut wor­den sei, es han­de­le sich um eine ein­zig­ar­ti­ge unter­ir­di­sche Anla­ge. Die Gemein­de Graf­schaft habe im Ver­trau­en auf den Bestand des Stand­or­tes einen gro­ßen Teil ihres Gewer­be­ge­bie­tes bei Gels­dorf dafür bereit­ge­stellt und zuguns­ten der Bun­des­wehr­ar­beits­plät­ze auf vie­le Mil­lio­nen Euro an Gewer­be­steu­er ver­zich­tet, die ansons­ten bei nor­ma­ler Gewer­be­an­sied­lung ange­fal­len wären. Zahl­rei­che Beschäf­tig­te haben ihren Wohn­sitz im Kreis Ahr­wei­ler. „Mit der Uni­on wird es nach dem Regie­rungs­wech­sel in Ber­lin im Herbst wei­te­re Zen­tra­li­sie­rungs­ten­den­zen der Bun­des­wehr und wei­te­re Stand­ort­schlie­ßun­gen und – auf­wei­chun­gen nicht geben,“ betont der CDU-Wahl­­kreis­a­b­­ge­or­d­­ne­­te. „Bereits die ein­sei­ti­ge Aus­rich­tung der Bun­des­wehr auf eine Inter­ven­ti­ons­ar­mee im Aus­land in den letz­ten Jah­ren geschah gegen den Wil­len von CDU und CSU, eben­so wie die gna­den­lo­se Redu­zie­rung der Stand­or­te in Deutsch­land ohne Rück­sicht auf die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ter und die Stand­ort­kom­mu­nen und –regio­nen“. Wil­helm Josef Sebas­ti­an MdB hat sich heu­te mit einer schrift­li­chen Anfra­ge an die Bun­des­re­gie­rung gewandt und eine offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me zu den Plä­nen gefordert.