29. Mai 2005

„Genosse sollten sich erst mal schlau machen“ — Diskussion um gefällte Straßenbäume in Birresdorf

„Der Graf­schaf­ter SPD-Vor­­­si­t­­zen­­de Gün­ter Bach soll­te sich erst ein­mal schlau machen, bevor er wil­de Gerüch­te in Form von Pres­se­mel­dun­gen in die Welt setzt,“ so der Graf­schaf­ter CDU-Vor­­­si­t­­zen­­de Micha­el Schnei­der zu den SPD-Ver­­lau­t­­ba­­run­­­gen um gefäll­te Bäu­me in der Sim­mel­gar­ten­stra­ße in Bir­res­dorf. Wie Schnei­der jetzt als Gemeind­rats­mit­glied auf der Basis sei­ner schrift­li­chen Anfra­ge von Bür­ger­meis­ter Achim Juchem erfuhr, hat es mit der Akti­on in Bir­res­dorf offen­bar sei­ne vol­le Ord­nung. Sie geschah auf der Basis einer gesi­cher­ten Beschluss­la­ge, im Ein­ver­neh­men mit Orts­vor­ste­her und Orts­bei­rat sowie mit Zustim­mung und Unter­stüt­zung der Anwoh­ner. So hat­te der Bau­aus­schuss der Gemein­de im Jahr 2003 ein­stim­mig auf­grund eines eben­falls ein­stim­mi­gen Beschluss des Orts­bei­ra­tes Bir­res­dorf beschlos­sen, die Bäu­me ent­fer­nen zu las­sen. Hin­ter­grund der Ange­le­gen­heit waren Beschwer­den der Stra­ßen­an­woh­ner über die zu gro­ßen und hohen Bäu­me in der Sim­mels­gar­ten­stra­ße, die mit Ihren weit aus­la­den­den Kro­nen tief in die Pri­vat­grund­stü­cke rag­ten und teil­wei­se schon Bal­ko­ne über­wu­cher­ten. Der Haupt­aus­schuss der Gemein­de hat­te dies anschlie­ßend vor dem Hin­ter­grund der finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen des Beschlus­ses eben­falls bera­ten. „Der damals von der CDU dort initi­ier­te Antrag, die Bäu­me einem sinn­vol­len und erfor­der­li­chen Rück­schnitt zu unter­zie­hen, konn­te offen­bar nicht erfolg­reich in die Tat umge­setzt wer­den“, stellt Micha­el Schnei­der fest. „Den Beschwer­den der Anwoh­ner ver­schaff­ten die­se Maß­nah­men kei­ne Abhil­fe.“ Der Ansatz der CDU im Aus­schuss sei es damals gewe­sen, vor einer Fäl­lung der Bäu­me ande­re Abhil­­fe-Ver­­­su­che nicht zu unter­las­sen und vor allem der Gemein­de die Kos­ten der Fäll-Akti­on zu erspa­ren. Wie Bür­ger­meis­ter Juchem jetzt auf Schnei­ders Anfra­ge mit­teil­te, wur­den unter Ein­be­zie­hung von Orts­vor­ste­her, Orts­bei­rat und Anwoh­nern die Bäu­me nun von einem aus­ge­bil­de­ten Forst­wirt unter Mit­hil­fe der Anwoh­ner gefällt. Die Kos­ten dafür tru­gen eben­falls die Anwoh­ner, mit Aus­nah­me zwei­er Bäu­me, die von der Gemein­de wegen man­geln­der Stand­si­cher­heit ent­fernt wer­den muss­ten. Der Gemein­de ent­stan­den im Zusam­men­hang mit der Fäl­lung aller Bäu­me Kos­ten in Höhe von etwa 400,- Euro für das Frä­sen der Wur­zel­stö­cke, da ansons­ten Schä­den an der Fahr­bahn­de­cke sowie den Was­ser­lei­tun­gen zu befürch­ten gewe­sen wären. Schließ­lich teil­te Bür­ger­meis­ter Achim Juchem mit, dass die Anwoh­ner auch die Kos­ten der Anpflan­zung neu­er Stra­ßen­bäu­me über­nom­men hät­ten. Mit der ein­ver­nehm­li­chen Besei­ti­gung der alten Bäu­me sowie der Pflan­zung der neu­en Bäu­me, die zudem noch von den Anwoh­nern in Zukunft unent­gelt­lich gepflegt wer­den, ist jetzt eine ange­mes­se­ne Lösung gefun­den wor­den, so Gemein­de­rats­mit­glied Micha­el Schnei­der abschlie­ßend. „Den Neben­ef­fekt, dass die Gemein­de daher zukünf­tig Geld bei der Grün­pfle­ge spart, neh­men wir als Kom­mu­nal­po­li­ti­ker in Zei­ten knap­per wer­den­der Kas­sen ger­ne zur Kenntnis“.